Baltic Sea Heritage Rescue Project, April und Mai 2019

Erfolgreiche drei Wochen auf der NZ55 in Litauen liegen hinter uns. Das Projekt entwickelt sich und wir bekommen immer mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit in Litauen und auch in den Medien. Dieses Mal sind wir mit unserer 1. Ghostnet-Projektwoche in den Nachrichten der vier grössten TV Sender gelandet. Auch die Deutsche Welle hat einen Beitrag in Deutsch und Englisch über unsere Arbeit produziert und im Rahmen der Europawahl europaweit ausgestrahlt.

https://www.dw.com/de/geisternetze-in-der-ostsee/av-48672374?maca=de-Facebook-sharing&fbclid=IwAR0Enc7f720HczwUbcalIPNidVZfaP982YZBslGIIp086rqgYsyv6DUexYQ

Die erste Woche in diesem Jahr diente hauptsächlich dazu die aktuelle Netz Situation an den Wracks zu dokumentieren. Mehr als ein halbes Jahr war seit unserem letzten Tauchgang vor der Küste Litauens vergangen. Wie schon befürchtet hatte sich die Anzahl der Netze, die wir an den Wracks der SS Bosselman, Ursula Fischer und SS Elbing IX vorfanden, weiter erhöht.

Neben der Dokumentation der aktuellen Situation in Bildern und Videos war die Hauptaufgabe dieser ersten Woche einen aussagekräftigen Hinweis zu finden, der zur endgültigen Identifizierung der Ursula Fischer /Tristan führen könnte. Das Ergebnis von 4 intensiven Tauchgängen an diesem wunderbaren Wrack war, dass wir nun fast sicher sind, dass es sich um das Wrack des im 1. Weltkrieg gesunkenen deutschen Frachters Ursula Fischer handelt. Die Tauchgänge mussten wir auf Grund der Kälte, die Wassertemperaturen lagen zwischen 2 und 4°C, auf maximal 2 Stunden begrenzen. Dafür war die Sicht nie besser und auch in über 50 Meter Tiefe gab es genug Restlicht, dass eine Lampe nicht unbedingt notwendig war um sich zurecht zu finden.

Projektwoche 1
Vom 20. bis 27.April fand, wie geplant, unsere erste Projektwoche in diesem Jahr statt. Die Teilnehmer der ersten Projektwoche(Tom Kürten, Stefan Rühl, Sabine Gärtner, Andrius Albrikas, Arvydas Vagneris und Stefan Pape) leisteten grossartige Arbeit. Das Ergebnis der ersten Woche war, dass der Bug der Elbing IX von mehreren grossen Netzen befreit werden konnte.
Eine der Hauptaufgaben war, neben dem Bergen so vieler Netze wie möglich, geeignete Schneidwerkzeuge für diese Arbeit zu finden. Wir haben in dieser Woche viel Erfahrung sammeln können.
Alle Teilnehmer haben tolle Arbeit geleistet und wir blicken sehr optimistisch auf die nächsten Projektwochen.
Ich verweise hier auf die Homepage von Stefan Rühl, der dort sehr ausführlich seine Erfahrungen dokumentiert hat.

http://www.stefan-ruehl.de/BSHRP.html?fbclid=IwAR3dEECctQIsjmobgyArPs9EXX-NZWDNO35mkOOizsXlK8Z0w9nkg43E8kU

Projektwoche 2:
27.April bis 04. Mai Haben wir unsere Ergebnisse an der Elbing dokumentiert und im Auftrag der Universität Klaipeda ein neues Wrack betaucht und dokumentiert. Die Identifizierung dieses neuen Objekts ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Die katastrophale Netzsituation und sehr eingeschränkte Sichtverhältnisse zusammen mit grosser Tiefe und kaltem Wasser machen die Aufgabe der Identifikation anspruchsvoll.

Ganz herzlich möchten wir uns bei unseren Ausrüstungssponsoren bedanken!
Wir durften das ENOS System auf unseren Tauchgängen nutzen. Wir haben es sowohl für die Taucher, als auch für die Hebesäcke mit den Netzen verwendet und durchweg gute Erfahrungen damit gemacht.

Unser o2 Rescue Rucksack war immer griffbereit und wäre in einem Notfall sofort einsatzbereit gewesen.
Ein sehr wertvolles Ausrüstungsstück auf das wir nicht mehr verzichten möchten.

Die SCURION Helmlampen haben es mir besonders angetan. Ich bin begeistert von den 4 Einstellmöglichkeiten des Lampenstrahls. Diese Helmlampe hat mir die Arbeit unter Wasser sehr erleichtert.

Für das Bergen der Netze hat uns Surfacemarker mit 65 Ltr Hebesäcken unterstützt. Die Größe und das Handling sind für unsere Zwecke optimal.

Von Sidemount Explorer haben wir eine Unterwasser Flex um Testen bekommen. Sie ist nicht im Dauereinsatz aber in einigen Situationen eine grosse Hilfe.

Ich bedanke mich bei Fourthelements für einen fantastischen neuen Trockentauchanzug den Argonaut. Ich kann diesen Anzug nur wärmstens empfehlen. Er passt, dank der neuartigen Vermessungstechnik die Fourthelements verwendet, perfekt. Ich bin total begeistert.

SCUBAPRO ist für mich schon seit Jahren ein verlässlicher Partner. Auch bei diesem Projekt verlasse ich mich bei vielen Ausrüstungsgegenständen auf die bewährte SCUBAPRO Qualität.

Die Firma Wings & More hat uns in der ersten Woche ihre Lampen testen lassen. Wir bedanken uns ganz herzlich.

Auch in den in Kürze beginnenden Projektwochen 3 und 4 werden diese uns zur Verfügung gestellten Ausrüstungsgegenstände wieder um Einsatz kommen.